Innenentwicklungskonzept Plänterwald

Das aktuelle Bild hat keinen Alternativtext. Der Dateiname ist: IEK-PLW_ISO-001.jpg

Für den Stadtteil Plänterwald ist am 28.05.2025 das Innenentwicklungskonzept (IEK) Plänterwald vorgestellt worden. und vom Bezirksamt Treptow-Köpenick für das weitere Bebauungsplanverfahren für gut befunden worden. Eine zukunftsorienierte , nachhaltige und dem Klimawandel Rechnung tragende Planung ist nicht in Sicht.

Das vorgestellte IEK Plänterwald ist aus unserer Sicht kein zukunftsorientiertes nachhaltiges Stadtentwicklungskonzept.

Insbesondere fehlen belastbare Strategien zur Entsiegelung und ein zukunftsfähiges, dem Klimawandel angepasstes Baukonzept.

Besonders in urbanen Gebieten mit einem hohen Versiegelungsgrad leiden die Menschen zunehmend unter sogenannten Hitzeinseln. Das macht das Leben im Sommer immer anstrengender und eben auch gefährlicher, vor allem für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, Kinder und Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Die Kleingärten im Entwicklungsgebiet sind wichtige Kaltluftschneisen des Viertels und tragen durch ihre vielfältige Bepflanzung zu einem erheblichen Teil dazu bei, das Stadtklima zu stabilisieren.

Konkret betrifft die aktuelle Planung folgende Bereiche:
Neben der Standortprüfung zur Errichtung einer Feuerwehrwache mit einer Grundfläche von über 4.000 qm auf der Kleingartenanlage „Parkstraße“ e.V. ist auf der Anlage ein sechsgeschossiger Wohnriegel entlang der Köpenicker Strasse geplant. Eine Wohnungslosenunterkunft inmitten der Kleingartenanlage „Treptows Ruh“ ist ebenfalls im Konzept enthalten und durchschneidet damit die Anlage.

Diese enge Bebauung und die Versiegelung der Flächen hat natürlich einen hohen Einfluss auf die bioklimatischen Verhältnisse und führen zu erhöhten Luft- und Oberflächentemperaturen.

Entlang der S-Bahntrasse ist eine Nachverdichtung von Wohnraum innerhalb der bestehenden Struktur geplant. Ebenfalls mit erheblichen Konsequenzen für das Bioklima.

In dem vorgelegten Konzept ist eine Neuversiegelung der zu bebauenden Flächen von 30 % vorgesehen. Eine Kompensation dieser Fläche ist überraschenderweise nicht Teil der Planung.

Für den Wegfall von Kleingärten finden sich in dem Konzept nicht die erforderlichen Ersatzflächen.

Auf den Neubau einer Sporthalle der Sophie-Brahe-Schule, der 2035 umgesetzt werden soll und direkt an die Kleingartenanlage Parkstrasse angrenzt, geht das IEK mit dem Verweis auf unterschiedliche Zuständigkeiten nicht näher ein. Somit ist unklar, ob hier weitere Kleingärten wegfallen werden.

Das für den Kiez sehr wichtige Nahversorgungszentrum, das vor dem S-Bahnhof Plänterwald geplant ist, greift ebenfalls in den Bereich einer Kleingartenanlage ein, wie weit bleibt im Konzept ungeklärt.

Dazu wurde nur mitgeteilt, dass die Konkretisierung im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung erfolge.

Moderne Verkehrskonzepte mit Stärkung des ÖPNV, des Radverkehrs und sichere, generationengerechte Fußwege auch zum Anschluss des Nahversorgungszentrums fehlen.

Das vorliegende IEK Plänterwald lässt viele Fragen offen und hat wesentliche stadtplanerische Aspekte nicht beachtet.

Diese Unschärfen im IEK lassen Raum für weitere, scheibchenweise Bebauung und Versiegelung. Die aktuellen Informationen sind allenfalls beschwichtigend und verschleiernd.

Genau an diesem Punkt braucht es eine aufmerksame Stadtgesellschaft, die diese Unschärfen benennt und die Politik verpflichtet.

Lasst uns für sozialverfügbare, ökologische und naturpädagogische Erlebnisräume auch in Form von Kleingärten, die barrierearm und kostengünstig sind, sowie freie Handlungsoptionen für CO2-arme und ressourcenschonende Lebensweisen im Kiez kämpfen. Über die Möglichkeit einen Kleingarten zu pachten, erleben insbesondere einkommensschwache Familien die teilweise Selbstversorgung von Obst und Gemüse und erhöhen die Ernährungsvielfalt für sich und ihre Kinder.

https://meinberlin-media.liqd.net/uploads/Anlaufstelle%20f%C3%BCr%20B%C3%BCrgerbeteiligung%20Treptow-K%C3%B6penick/2025/05/30/IEK%20PLW_Ergebnis_Pr%C3%A4sentation_Teil%202.pdf

Nach oben scrollen