Kleingärten gerettet, Baumschule bedroht: Die Pläne für Späthsfelde machen uns nachdenklich

Es gibt gute Neuigkeiten aus Späthsfelde. Und es gibt schlechte. Beides hängt zusammen, und beides verdient einen genauen Blick.

Die gute Nachricht zuerst

Bausenator Christian Gaebler hat die Pläne für das neue Stadtquartier im Dreieck Späthsfelde massiv umgebaut. Die Kleingärten, die ursprünglich der Bebauung weichen sollten, sollen nun in größerem Umfang erhalten bleiben. Das ist ein echter Erfolg, und wir freuen uns darüber. Es zeigt, dass Kleingärten als das wahrgenommen werden, was sie sind: wertvolle, schützenswerte Flächen für die Stadt und ihre Menschen.

Aber dann kommt die schlechte

Die Fläche, die nun stattdessen bebaut werden soll, ist die Späth’sche Baumschule, eine der ältesten und ökologisch wertvollsten Freiflächen Berlins. Der BUND nennt das treffend „hektisches Flächentetris“: Statt das Projekt grundsätzlich zu überdenken, wird einfach eine andere Grünfläche geopfert. Das ist kein Gewinn für die Stadt, sondern eine Verschiebung des Problems.

Besonders besorgniserregend: Der Senat soll den Rahmenplan für das neue Quartier nun sehr eilig und ohne weitere öffentliche Diskussion beschließen lassen. Das ist eine Taktik, die wir kritisch sehen.

Warum das Dreieck Späthsfelde so besonders ist

Das Gebiet rund um Späthsfelde steht unter enormem Druck. Wald, Friedhöfe und Grünzüge in der Umgebung können ihre ökologischen Funktionen bereits heute kaum noch erfüllen. Das angrenzende Waldgebiet Königsheide leidet sichtbar, der Heidekampgraben fällt teilweise trocken. Jede weitere Versiegelung senkt den Grundwasserpegel weiter, und die Folgen sind für alle spürbar.

Unsere Haltung

Wir begrüßen jeden Schritt, der Kleingärten schützt. Gleichzeitig kann es nicht die Lösung sein, Grünfläche gegen Grünfläche auszuspielen. Der BUND Berlin hat Recht: Neuer Wohnraum muss auf bereits bebauten Flächen entstehen. Es gibt in Berlin genug solcher Flächen für den absehbaren Bedarf.

Für uns als gärtenbewegen ist klar: Wir setzen uns für den Erhalt aller Berliner Freiflächen ein. Kleingärten, Baumschulen, Wälder. Sie alle gehören zur Stadt, die wir wollen.

Beitrag vom BUND: https://www.bund-berlin.de/service/presse/detail/news/stadtquartier-spaethsfelde-absagen-statt-spaethsche-baumschule-bebauen/

Nach oben scrollen